Studio Journal | issue 07/26 — Sommermood: 4 Destinationen am Tisch
slow.living — Studio Journal
Notes from the studio, the store & real homes.
Editorial
Meine Lieben,
die Tage sind warm, die Abende länger – und manchmal reicht schon ein Tisch im Freien, um den Kopf auf Reisen zu schicken. In den nächsten Tagen zeige ich auf Instagram vier Bücher, die nach Meer, Sonne und Apéro schmecken: Bretagne, Portugal, Amalfi, Ibiza.
Letzte Woche hatte ich im Studio einen Abend, der genau dazu passt: „Garden to Table Night“. Zwei kreative Workshops - Blumenbinden mit Simone von Baimon und Table-Styling mit mir. Ein entspannter Abend, der allen Beteiligten viel Freude bereitet hat.
Beim Table Styling habe ich gezeigt, wie eine gelungene Tischdekoration entsteht. Es war so schön zu sehen, wie schnell ein Tisch „wie Ferien“ wirken kann – mit der richtigen “Vision”, ein paar ausgesuchten Props und richtigen Entscheidungen. Und weil nicht jede von euch gerade einen Workshopabend einplanen kann, kommen hier ein paar Ideen, die du ganz unkompliziert für dich übernehmen kannst.
Herzlich,
Franziska
Kleiner Hinweis zum Format:
Im Newsletter bekommst du ab jetzt die Kurzversion – und hier im Studio Journal die ruhige Langversion zum Nachlesen und Eintauchen.
Studio Notes
GARDEN TO
TABLE NIGHT
Ich liebe es, meine Gäste nicht nur kulinarisch sondern auch optisch zu verwöhnen: Mit wenig Aufwand – den passenden Props und ein paar durchdachten Entscheidungen – entstand an der GARDEN TO TABLE NIGHT ein Tisch mit Feriengefühl.
Es war ein Abend voller schöner Stationen: Table‑Styling mit mir, Blumenbinden mit Simone von Baimon, eine Weindegustation bei Vini Vari und ein Atelier‑Besuch bei Rollanda Ibernini.
THE STORY
4 Destinationen am Tisch
Bücher sind gerade mein liebster Shortcut zu Feriengefühl: Du schlägst sie auf – und bist im Kopf sofort woanders. Nicht laut oder „dekorativ“, sondern stimmungsvoll: Farben, Fotos, Orte und kleine Rituale (Apéro, Markt, Meer) geben dem Tisch eine Richtung. Und das Beste: Dafür musst du nichts neu kaufen oder groß dekorieren. Es geht um ein paar ruhige Entscheidungen, die schnell Wirkung haben.
Bretagne
Moodline: Salzig, ruhig, leinenhell.
3 Impulse: Blau/Weiß • grobes Leinen • stilles Wasser / „Austern‑Vibe“
Bretagne ist für mich Leinen in hell, Keramik in blau‑weiß und dieses Gefühl von „salzig, aber still“. Ein Look, der nicht laut wird sondern Tiefe hat.
Portugal
Moodline: Pop, Sonne, ein bisschen Retro.
3 Impulse: Rosa + Zitrone • grafische Details • Apéro in 5 Minuten
Portugal darf bei mir ein bisschen frecher und mutiger sein: Farbe, Zitrone, ein grafisches Detail – und schon wirkt der Tisch wie ein schneller Kurztrip.
Amalfi
Moodline: Clean citrus, helles Porzellan, Lichtkanten.
3 Impulse: Weiß + Gelb • Schattenmuster • „weniger, aber perfekt“
Amalfi ist die Kunst, nicht zu viel zu wollen: ein perfektes Weiß, ein klares Gelb, ein bisschen Licht – fertig.
Ibiza
Moodline: Lounge, Vichy, Karaffe, Oliven.
3 Impulse: Vichy‑Pattern • Glas/Karaffe • goldene Stunde
Ibiza ist entspannte Lounge statt versuchen zu dekoriert: ein Muster, das nach Ferien riecht, Glas, das Licht fängt, und etwas Salziges dazu.
Alles, was du hier siehst, ist bewusst kuratiert – die Bücher und ausgewählte Table‑Pieces findest du bei mir im Concept Store.
Nur vor Ort, nicht online.
die schnelle styling-regel
1 Buch + 1 Textur + 1 Geschmack
Wenn du dir Instant‑Ferien‑Stimmung auf den Tisch holen willst, mach es dir leicht:
1 Buch als Stimmungsträger (Coverfarbe & Thema geben die Richtung)
1 Textur, die Ruhe reinbringt (Leinen / Holz / Keramik)
1 „Geschmack“ als essbarer Akzent (Zitrone / Olive / Salz)
Wichtig: andeuten statt dekorieren. Ein Buch als Held + 1–2 Begleiter reichen völlig – es soll nach einem schönen Abend in deiner “Feriendestination” aussehen, nicht nach “Dekoschlacht”. Und frage dich: was kommen für Bilder auf, wenn ich an eine bestimmte Destination denke und wie kann ich die Stimmung optisch einfangen? Genau die Props machen es aus.
Und weil Feriengefühl nicht nur am Tisch entsteht, sondern überall dort, wo wir es uns draussen gemütlich machen: mein Outdoor-Feature…
spaces & objects
Outdoor‑Living Feature
Ich stelle bei Outdoor-Beratungen fast immer dasselbe fest: Die Möbel sind sofort „Liebe auf den ersten Blick“ – und gleich danach kommen die Fragen. Polster. Wetter. Regen. „Muss ich dann immer alles reinnehmen?“
Und genau in diesem Moment passiert etwas Typisches: Man greift wieder zum Bewährten. Verständlich – aber ein bisschen schade. Denn gerade bei Outdoormöbeln hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel getan: Materialien, Bezüge, Konstruktionen. Dinge, die nicht nur schön sind, sondern auch robust, bequem und gemacht fürs Draußensein.
Und wenn unsere Sommer, wie dieses Jahr immer länger und wärmer werden, darf sich auch der Outdoor-Space verändern, weg vom praktischen “Providurium” – hin zu einem Ort, der sich anfühlt wie ein weiterer Raum. Nicht mehr Deko – nur bessere Entscheidungen: Proportion, Material, Licht.
Und das sind meine Tipps für einen gelungenen Aussenraum:
1) Ein Anker statt vieler Einzelteile
Wähle ein Hauptstück, das die Szene trägt: ein großzügiger Sessel, eine Bank, ein Sofa.
Alles, was danach kommt, darf leiser werden. Sobald ein Zentrum da ist, wirkt der Rest automatisch gesammelt.
2) Die 2-Material-Regel für sofortige Ruhe
Begrenze dich auf zwei Hauptmaterialien in der Zone:
z.B. Holz + Naturtextil, Metall + Keramik, Stein + weiche Textur.
Zu viele Oberflächen wirken schnell unruhig und zusammengewürfelt. Zwei reichen. Mehr braucht’s nicht, um hochwertig zu wirken.
3) Textur wirkt edel
Outdoor wird wohnlich über Haptik, nicht über Dekoschlachten:
ein wirklich gutes Kissen (oder zwei)
eine Decke, die man gern in die Hand nimmt
eine ruhige, grosse Keramik-Schale als „Gewicht“
Lässig platziert gibt das deinem Outdoor-Space einen richtig coolen, edlen Touch.
4) GO BIG
Der häufigste Fehler: alles ist zu klein.
Lieber ein einzelnes grosses Element als viel Kleinkram. Ein grosser Tisch. Eine grosse Laterne. Ein kräftiger Topf. Ein voluminöser Textil-Akzent. Auch und gerade dort, wo nicht so viel Platz ist, gibt eine überdimensionales Element der Szene einen grosszügigen Touch.
Massstab ist der Shortcut zu diesem „Wie im Ferienhaus“-Gefühl.
5) Licht- und schattenspiele
Bitte keine Solarleuchten mit blauem Licht, sondern ein weiches Lichtbild:
1 warmes, ruhiges Grundlicht als Centerpiece
einige Lichtpunkte in Form von Laternen und Kerzen schaffen eine romantische, ferienhafte Atmosphäre
indirektes Licht zwischen Pflanzen geben einem Raum sofort Tiefe
Outdoor wirkt dann nicht beleuchtet, sondern bewohnt.
6) fliessende übergänge
Wenn Outdoor wirklich wie ein Zimmer funktionieren soll, lohnt es sich, auf Möbel zu setzen, die nicht nach Gartenstuhl aussehen:
tiefer, großzügiger, weicher in der Linie – mehr Lounge als Balkon.
Genau diese ruhige, wohnliche Optik mag ich an Gervasoni Outdoor: Es fühlt sich nicht wie „Gartenmöbel“ an, sondern wie eine natürliche Verlängerung des Innenraums.
shop edit — outdoor
Und übrigens: viele ausgesuchte Outdoor-Möbel von Gervasoni sind in 3 Wochen bei dir - ich zeige dir gerne die Modelle und Stoffe bei mir im Laden.
SLOW NOTE
Cantaloupe- & Gurkensalat mit gesalzenem ricotta
Reife Cantaloup-Melonen, Nostrano-Gurken & gesalzener Ricotta… Kein Rezept, das „beeindruckt“. Eins, das dich sofort in Ferienmood bringt.
In diesem Salat vereinen sich süße Fruchtnoten mit knackigem Gemüse, und alles wird durch das hellgrüne, pfeffrige Finish von feinem kaltgepresstem Olivenöl zusammengehalten. Dies ist mein Liebesbrief an den Sommer im Süden — ein herzhafter Salat, den ich den ganzen Sommer über zubereiten werde.
Zutaten für 4 personen
1 Cantaloupe-Melone — entkernt, Schale entfernt, in ½ cm dicke Halbmondscheiben geschnitten
4 Nostrano-Gurken — schräg in würfelförmige Spalten geschnitten
1/4 rote Zwiebel — dünn auf der Mandoline geschnitten
1 Chili — dünn geschnitten
2 Limetten, Schale abgerieben und Saft ausgepresst
1 Teelöffel weisser Balsamicoessig
1 Teelöffel Honig
1/3 Tasse Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
1/2 Tasse Mandeln — geröstet
1/2 Teelöffel Sumach, plus mehr zum Garnieren
1/2 Teelöffel schwarzer oder tasmanischer Pfeffer
Ricotta Salata — dünn gehobelt mit einem Gemüsehobel (kein normaler Ricotta!)
Frische Kräuter — Basilikum, Minze, Koriander
Grobes Meersalz
Frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
Salat:
Den Salat auf dem Teller schichten, von unten nach oben. Mit den Cantaloupe-Halbmondscheiben beginnen, dann Gurken, rote Zwiebel und Chiliringe darauf schichten.
Vinaigrette:
In einer mittelgrossen Schüssel den Saft von zwei Limetten und die abgeriebene Schale einer Limette mit Essig und Honig mischen. Olivenöl langsam dazugeben lassen und dabei verrühren. Mit grobem Salz abschmecken.
Würzige Mandeln:
Mandeln, Sumach und Pfeffer im Mörser grob zusammenstossen, bis eine stückige Konsistenz entsteht. Einen Schuss Olivenöl dazugeben und mischen.
Fertigstellen:
Den Salat mit der Vinaigrette beträufeln. Mit der gewürzten Nussmischung, gehobeltem Ricotta Salata, gezupften Kräutern, einer Prise Sumach, Limettenzesten, Salz und Pfeffer abschliessen. Bei Bedarf leicht mit Olivenöl beträufeln.
Back cover
come home. slow down.
Wenn du spürst, dass es Zeit ist für weniger Provisorium und mehr Zuhause: Schreib mir – wir finden eine stimmige Lösung.